1. Pfeiler unserer Pädagogik

Den Lehrkräften/Pädagogen kommt in erster Linie die Rolle des Organisators zu, der den Kindern den entsprechenden Erlebensrahmen ermöglicht, ihnen Zugang zu den erforderlichen Informationen gewährleistet und indem er entsprechende Ausflüge und Lehrausgänge organisiert, Experten einlädt und die Kinder unterstützt, die gewonnenen Erkenntnisse zu formulieren und zusammenzufassen.

Erziehung/Unterstützung der Entwicklung junger Menschen/Muslime:

  • Gutes Verhalten/Benehmen (zu Mitmenschen, Schöpfung/Umwelt)
  • Wissen/Verständnis über Islam (Ayat "Zeichen", Begreifen)
  • Weltliche Kenntnisse (Schulabschluss, Vorbereitung auf Beruf, aktiv: Eltern sein, Bürger sein, Mitglied der Umma)
2. Ziele der Isma-Pädagogik

Spirituelle Dimension: unser SCHÖPFER und wir –
Beziehung zu ALLAH und Islam

Die spirituelle Dimension ist an erster Stelle zu erwähnen, weil sie für die folgenden Punkte ein Grundfundament darstellt. Sie trägt wesentliche Elemente für ein friedvolles Miteinander im Leben eines jeden Menschen. Diese Elemente sollen, so gut es geht, schon in der Kindheit vermittelt werden. Eine Beziehung zum SCHÖPFER, welche schon aus der Schöpfung heraus besteht, soll den Kindern dazu dienen, im Glauben gefestigt die Zukunft aufbauen zu können.

Im Quran sagt ALLAH, der ERHABENE, über die Beziehung zu seinen Geschöpfen Folgendes: „Und wahrlich, Wir erschufen den Menschen, und Wir wissen, was er in seinem Innern hegt; und Wir sind ihm näher als seine Halsschlagader.“ (Sura 50:16)

So sollten folgende Elemente für das oben erwähnte Grundfundament vermittelt werden:

  • Liebe zu ALLAH
    Die Liebe ist einer der wichtigsten Punkte und muss den Schülern frühzeitig vermittelt werden. Denn ohne Liebe ist jede Tat, die man tut, ohne Herz – und jede Tat ohne Herz ist leblos. So sollte den Kindern die Liebe zum SCHÖPFER klar gemacht werden. Sie sollte tief im Herzen Platz finden und auf jede Frage, die im Laufe des Lebens auf die Kinder zukommt, eine Antwort parat haben.
  • Diener ALLAHs
    Wenn der erste Punkt gut vermittelt wurde, so wird es keine Schwierigkeit darstellen, die Dienerschaft gegenüber ALLAH zu akzeptieren. Es soll klar gemacht werden, dass wir in unserem Leben die Beziehung zu ALLAH notwendig haben und aus dieser Not heraus eine Dienerschaft nur Ihm gegenüber unserer Seele Frieden schenken kann.
  • Gebote und Verbote
    Die Lebensweise, welche in Quran und Sunna vorgeschrieben bzw. vorgelebt wurde, möchten wir den Kindern vermitteln. Wer seinen  SCHÖPFER und seinen Propheten (Friede und Segen sei auf ihm) kennt, diese liebt und ehrt, wird sich an die Gebote halten und sich von den Verboten entfernen.

Soziale Dimension: unsere Mitmenschen und wir –
Beziehung zu Mitmenschen

Qualität und Sinn von menschlichen Beziehungen

  • Als Vorbild wirken/erziehen: Achtsamkeit, Authentizität, Geduld, Beständigkeit, Diskursfähigkeit, Toleranz, Herzenswissen, Mitgefühl
  • Würde pflegen: individuelle Stärken/Schwächen kennen, schätzen, damit umgehen lernen
  • Gemeinschaft pflegen: Sozialkompetenz; Erlebnis „Gemeinsam sind wir stark“; reichhaltige Beziehungen eingehen, Klassenprojekte, Klassenfahrten, Schulprojekte, Elternmitarbeit, Schulgemeinschaft
  • Lernen ohne Angst oder Ausgrenzung
  • Schura (gemeinsame Beratung)
  • Hilfsbereitschaft
  • Sauberkeit, Ordentlichkeit
  • Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit
  • Dankbarkeit
  • Friedfertigkeit, Konfliktlösungskompetenz

Die soziale Dimension kann nur im Miteinander erfahren und gelernt werden und ist daher keinem Fach zuzuordnen. Unsere Schüler sollen das gute soziale Miteinander während ihrer gesamten Schulzeit bei uns erleben und lernen. Man kann einige Schwerpunkte altersgemäß in jeder Klassenstufe hervorheben bzw. die Anforderungen steigern, aber im Prinzip ist das Thema „Achlaq“ (vorbildliches Verhalten) ein durchgehendes Thema und hängt auch eng mit der Persönlichkeitsentwicklung oder -Bildung der Lehrenden und Lernenden zusammen.

Ökologische Dimension: unsere Umwelt und wir –
Beziehung zur Schöpfung, Nachhaltigkeit

ALLAH hat uns die Erde zur Verfügung gestellt, anvertraut, um sie für unsere Bedürfnisse zu nutzen, um sie als Zeichen GOTTes zu erkennen (Schöpfung, die eines SCHÖPFERs bedarf), uns an ihr zu erfreuen und als anvertrautes Gut auch unseren Nachfahren in bestem Zustand zu hinterlassen.

Das menschliche Handeln muss auf die Zukunft gerichtet sein und der Blick über den Tellerrand hinausgehen: global denken, lokal handeln. Wenn wir mehr Ressourcen verbrauchen als uns zustehen, dann ist das Diebstahl an unseren menschlichen Geschwistern. Wir stammen alle von Adam ab. Unseren Nachfahren müssen wir eine Erde hinterlassen, die ihnen Lebensunterhalt bietet.

Die Kinder sollen durch möglichst häufigen Aufenthalt im Freien, durch Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung der Schule, sowie durch Beobachtung der Pflanzen- und Tierwelt, auch auf dem Schulweg, die Artenvielfalt und Schönheit der Schöpfung bewusst wahrnehmen. Veränderungen der Pflanzenwelt im Laufe eines Schuljahres und der Zusammenhang mit den klimatischen Bedingungen des Heimatortes sollen erkannt werden.

Das Vorbild der Lehrkräfte und Pädagogen im Punkt Ernährung und ihr Umgang mit diversen Abfällen und Problemstoffen ist maßgeblich. Unterstützt durch einzuladende Experten wie Bio-Bauern, Umweltberater, Ärzte, Ernährungsberater etc. soll der Zusammenhang zwischen gesunder Pflanzen-, Tier- und Umwelt und Gesundheit des menschlichen Körpers und Geistes bewusst gemacht werden.

Kulturelle Dimension: Gesellschaft und wir –
Beziehung zur Gemeinschaft; Identität und Verwurzelung

Kultur wird als Lebensweise eines Volkes, einer Gemeinschaft, verstanden. Verschiedene Herkunftsländer sollen als Diversität und Bereicherung verstanden werden und nicht Anlass zur Diskriminierung sein.

Aus der Universalität des Islam heraus versteht sich, dass Heimat nicht etwas ist, was dem Menschen durch ethnische Abstammung auf ewig vorgegeben ist, sondern dass Heimat die Summe der Lebensumstände ist, in denen sich der Mensch vertraut fühlt. Heimat kann auch als Gefühl entwickelt werden. Auch mehrere Heimaten sind möglich. Herkunft darf keine Ausgrenzung zur Folge haben. Heimat bedeutet, dass der Mensch seine als wahr anerkannten Werte leben kann (Kultur) und sich verantwortlich für die hier lebenden Menschen/die hier lebende Gesellschaft einsetzt.

Technologische Dimension: Technik und wir –
Beziehung zu Technik und Medien

Forschung, um Menschen zu helfen, ALLAHs Größe zu zeigen und zu bestätigen

Technologie-Folgeeinschätzungen: Welche Vor- und Nachteile hat eine Technologie oder ein Medium auf den einzelnen Menschen/die Gemeinschaft/die Umwelt/die Kultur in spiritueller, wirtschaftlicher und medizinischer Hinsicht?

Grundsätzlich sollen die Schülerinnen und Schüler einen positiven Zugang zur Technik erhalten, aber auch die Grenzen und die Gefahren dargestellt werden. Der sinnvolle Umgang mit Medien soll daher im Mittelpunkt stehen und stets die Notwendigkeit betont werden, dass Technologie dem Menschen zu nützen hat und nicht umgekehrt.