Muhammad Asad

war unter anderem Gelehrter, Schriftsteller und Diplomat. Er gilt als Brückenbauer zwischen Ost und West und zwischen den Religionen. Er hat sehr für eine islamisch-demokratische Regierungsform plädiert. Die hohe Kultur und Gelehrsamkeit und die zwischen den Religionen gelebte Toleranz in Al Andalus (711-1492) inspirieren und faszinieren ihn. Seine letzten Lebensjahre verbringt er deshalb in Granada. Sein Engagement für den Dialog zwischen den Kulturen und Religionen war der Grund, dass die Schulgründer Muhammad Asad als Namensgeber für die Isma Schule ausgewählt haben.

1900 geboren als Sohn einer jüdischen Familie in Lemberg (damals Österreich, heute Ukraine). Er trägt den Namen Leopold Weiss

1914 flieht die Familie wegen 1. Weltkrieg nach Wien. Besuch von Gymnasium und 1 Jahr Universität (Psychoanalyse und Philosophie). Leopold besucht gerne die Wiener Kaffeehäuser wegen der dort geführten intellektuellen Debatten.

1920 geht Leopold Weiss alleine nach Berlin und muss auf eigenen Füßen stehen, was ihm dann als Journalist auch gelingt. Hier lernt er Elsa Schiemann, seine spätere Frau kennen.

1922 folgt Leoplod der Einladung seines Onkels Dorian Feigenbaum nach Palästina. Auf der langen Reise über Ägypten beginnt seine Faszination für die arabische Kultur, für die Vernunft des Herzens... Aufgrund seiner Hebräischkenntnisse lernt er schnell die arabische Sprache.

1926 nimmt Leopold Weiss in der Islamischen Gemeinde in Berlin den Islam und seinen neuen Namen Muhammad Asad an. „Asad“ bedeutet Löwe und ist an die Bedeutung „Leo –pold“ seines Geburtsnamens angelehnt. Wenige Woche später nimmt auch Elsa Schiemann den Islam an.

1927 Hadsch/Pilgerfahrt nach Mekka mit Elsa Schiemann und deren Sohn aus erster Ehe. Auf dem Weg nach Mekka findet die islamische Eheschließung statt. Elsa heißt jetzt Aziza. Aziza stirbt in Mekka an Malaria. Asad bleibt in den arabischen Ländern. „Der Weg nach Mekka“, Asads bekanntestes Buch hat hier seinen Ursprung.

1930 Asad wird Berater von Ibn Saud. Das Königreich wird gerade gegründet. Er heiratet eine arabische Frau, Munira.

1932 Geburt von Sohn Talal. Asad geht mit seiner Familie nach Britisch-Indien. Die Briten erlauben ihm nicht, seine in Europa verfolgte jüdische Familie nach Indien zu holen. Vater, Stiefmutter und die beiden Schwestern überleben die KZ nicht. Asad galt den Briten als Österreicher selbst als feindlicher Ausländer und er wurde von 1939 bis 1945 in Indien interniert.

1947 Nach der Teilung Indiens flüchtet Asad mit seiner Familie ins neu gegründete Pakistan. Er hat an der Gründung dieses Staates mitgewirkt, aber seine Vorschläge für die Verfassung wurden nicht umgesetzt. Fünf Jahre arbeitet er im Außenministerium.

1952 wird Asad Gesandter Pakistans bei den Vereinten Nationen in New York. Scheidung von Munira. Er heiratet in New York die aus Polen stammende Konvertitin Pola Hamida.

1953 tritt Asad aus dem Diplomatischen Dienst aus und lebt mit seiner Frau abwechselnd in New York, Pakistan, Deutschland und der Schweiz.

1961 erscheint „The Principles of State and Government in Islam”, Die Erstausgabe der Universität Berkeley gibt Anregungen für ein demokratisch-islamisches System.

1964 – 1983 lebt Asad in Marokko. Hier schreibt er sein Hauptwerk, eine Koran-Übersetzung auf Englisch mit umfangreichen Kommentaren. Es wird in viele Sprachen übersetzt. Seit 2009 auch auf Deutsch erhältlich. Ende der 70er Jahre wendet er sich mit einer Botschaft an die Muslim Students Assiciation in den USA, in der er sich dafür einsetzt, das Jerusalem als offene Stadt für Juden, Christen und Muslime zugänglich sein solle.

1984 Übersiedelung nach Spanien. Die Geschichte des Islam in Andalusien mit seiner feinen Kultur und weitreichenden Toleranz kam seinen Idealen am nächsten. Die Verwirklichung islamischer Ideale in der muslimischen Welt hat Muhammad Asad nicht erleben dürfen.

1992 am 20. Februar stirbt Muhammad Asad in Granada, wo er auf dem muslimischen Friedhof begraben ist.

2008 Am 14. April wird im 22. Wiener Bezirk ein Platz vor der Uno-City nach Muhammad Asad benannt. Als Zeichen für das Miteinander unterschiedlicher Religionen und Ethnien in Wien. In den Eröffnungsreden wird Asad unter anderen als religiöser Vermittler geehrt, der Religion stets auf Basis demokratischer Werte vertreten hat.

2013 wird in Berlin Mitte an seinem Berliner Wohnhaus eine Gedenktafel zu Ehren von Muhammad Asad angebracht.

Es gibt auch Websites zu Muhammad Asad, zum Beispiel:
www.muhammad.asad.de (deutsch)

Zurück